Wien ist das einzige Bundesland, in dem die Anmeldung für einen geförderten Pflegeplatz zentral läuft: über den Fonds Soziales Wien (FSW). Das hat einen großen Vorteil, denn Sie müssen nicht bei jedem der 89 Wiener Pflegeheime einzeln anfragen, sondern stellen einen Antrag und werden dann vermittelt. Dieser Artikel erklärt den Weg Schritt für Schritt.

Schritt 1: Kontakt mit dem FSW aufnehmen

Erste Anlaufstelle ist das Beratungszentrum Pflege und Betreuung des FSW. Sie erreichen es über das FSW-Kundentelefon 01 24 5 24, täglich von 8 bis 20 Uhr. Dort schildern Sie die Situation und bekommen einen Termin für ein Beratungsgespräch. Liegt die betroffene Person gerade im Krankenhaus, läuft der Kontakt oft direkt über das Entlassungsmanagement des Spitals, das mit dem FSW zusammenarbeitet. Wie Sie in so einem Akutfall vorgehen, beschreibt der Artikel Pflegeplatz dringend gesucht.

Schritt 2: Beratung und Begutachtung

Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des FSW erhebt den Pflegebedarf, meist bei einem Hausbesuch oder direkt im Krankenhaus. Geprüft wird, ob ein stationärer Platz notwendig ist oder ob mobile Dienste, Tageszentren oder betreutes Wohnen noch ausreichen. Für ein Pflegewohnhaus mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung wird in der Regel Pflegegeld ab Stufe 3 erwartet, im Einzelfall entscheidet die Begutachtung. Falls noch kein Pflegegeld bezogen wird, beantragen Sie es parallel, das Verfahren muss nicht abgeschlossen sein.

Schritt 3: Förderbewilligung und Platzsuche

Mit der Bewilligung des FSW können Sie in allen anerkannten Wiener Wohn- und Pflegehäusern aufgenommen werden: in den Häusern zum Leben (Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser), im Haus der Barmherzigkeit, bei Caritas, Diakonie und weiteren gemeinnützigen und privaten Trägern. Sie dürfen Wunschhäuser nennen. Ein Blick in unser Verzeichnis lohnt sich vor diesem Gespräch: alle Pflegeheime in Wien mit Adressen, Bewertungen und Bezirksfiltern, von der Leopoldstadt bis Liesing.

Was kostet der Platz?

Wien verrechnet seit 2025 einen sozial gestaffelten Kostenbeitrag: Wer weniger Einkommen hat, zahlt weniger, Partnerinnen und Partner werden getrennt berechnet, und ein Taschengeld bleibt immer. Herangezogen werden Pension und Pflegegeld, auf Erspartes und Immobilien wird seit Abschaffung des Pflegeregresses nicht zugegriffen. Die Grundlagen erklärt der Artikel Pflegeheim-Kosten in Österreich, die konkrete Berechnung macht der FSW individuell.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Halten Sie bereit: Pflegegeldbescheid oder Nachweis des laufenden Antrags, Pensionsbescheid und Einkommensnachweise, aktuelle Arztbriefe und Medikamentenliste, Meldezettel (Hauptwohnsitz Wien ist Voraussetzung), Lichtbildausweis und gegebenenfalls Vollmacht oder Erwachsenenvertretung. Die vollständige Übersicht steht im Artikel Pflegeheim anmelden.

Wie lange dauert es?

Das hängt von Dringlichkeit und Wunschhaus ab. Beliebte Häuser in zentralen Bezirken haben Wartelisten, in Außenbezirken geht es oft schneller. Wer flexibel beim Bezirk ist, wird deutlich früher vermittelt, ein Umzug ins Wunschhaus ist später möglich. Als Brücke eignet sich auch in Wien die Kurzzeitpflege.

Fazit

Der Wiener Weg ist klar: FSW anrufen (01 24 5 24), Beratung und Begutachtung, Förderbewilligung, dann die Platzsuche in den anerkannten Häusern. Wer die Unterlagen vorbereitet hat und beim Bezirk flexibel bleibt, verkürzt den Weg erheblich. Einen Überblick über alle Häuser verschaffen Sie sich vorab in unserem Wien-Verzeichnis.

Quellen

Fonds Soziales Wien, Wohnen und Pflege: fsw.at/wohnen-pflege Fonds Soziales Wien, Kostenbeitrag NEU ab 2025: fsw.at/p/ihr-kostenbeitrag-neu-ab-2025 Häuser zum Leben: haeuserzumleben.at Stadt Wien, Pflege und Betreuung: wien.gv.at/gesundheit/pflege-betreuung